Manchmal entstehen die besten Werkzeuge nicht aus einer großen Produktidee, sondern aus einem ganz konkreten Problem. Bei mir war es eine übernommene WordPress Website mit hunderten Bildern in der Mediathek. Viele Dateien waren viel zu groß, teilweise über 2 MB, manche Bilder waren doppelt vorhanden, andere stammten offenbar noch aus alten Layouts, Adobe Vorschauen oder früheren Designständen.
Das eigentliche Problem war aber nicht nur die Dateigröße. Ich wollte nicht jedes Bild einzeln herunterladen, komprimieren, neu hochladen und anschließend hoffen, dass alles noch funktioniert. Und ich wollte auch kein teures Optimierungsplugin nutzen, bei dem ich erst verstehen muss, wie viele Credits ich brauche, wie viele Bilder berechnet werden und ob jedes Vorschaubild wieder extra kostet.
Ich wollte ein Werkzeug, das mir wirklich Kontrolle gibt.
Mein ursprünglicher Wunsch
Am Anfang war die Idee noch recht einfach. Ich wollte ein Plugin, mit dem ich Bilder direkt in WordPress analysieren und optimieren kann. Nicht automatisch und blind, sondern bewusst steuerbar.
Ich wollte sehen können, welche Bilder besonders schwer sind, welche Maße sie haben und ob sie überhaupt noch gebraucht werden. Dann wollte ich entscheiden können, ob ein Bild verkleinert, komprimiert oder in ein modernes Format wie WebP umgewandelt werden soll.
Der wichtigste Wunsch war aber dieser: Ich wollte wissen, ob ein Bild wirklich im Frontend der Website genutzt wird oder nur noch als Altlast in der Mediathek liegt.
Genau daran scheitern viele bestehende Lösungen. Sie können Bilder komprimieren, aber sie helfen nicht wirklich bei der Frage, ob ein Bild überhaupt noch benötigt wird.
Warum das schwieriger war als gedacht
WordPress wirkt auf den ersten Blick simpel. Ein Bild liegt in der Mediathek, eine Seite nutzt dieses Bild, fertig. In echten Websites ist es aber deutlich komplizierter.
Bilder können direkt im Inhalt stehen, als Beitragsbild verwendet werden, in Divi Modulen liegen, als Hintergrundbild eingebunden sein, in CSS Dateien auftauchen, über Lazyload Attribute geladen werden oder in alten Builder Daten hängen. Bei übernommenen Websites kommen oft noch Reste aus früheren Systemen dazu, zum Beispiel alte Avia Layoutbuilder Spuren, die zwar noch irgendwo in der Datenbank stehen, aber im aktuellen Frontend gar nicht mehr ausgespielt werden.
Genau das war eine der größten Herausforderungen. Ein Bild nur in der Datenbank zu finden, bedeutet noch lange nicht, dass es wirklich auf der Website sichtbar ist.
Wir mussten deshalb mehrfach umdenken. Die erste Idee war, alle Datenbankstellen zu durchsuchen. Das war zu ungenau. Dann ging es darum, nicht nur Spuren zu finden, sondern das aktuelle Frontend wirklich als Maßstab zu nehmen. Erst damit wurde die Analyse brauchbar.

Was PicPilot heute kann
Aus dieser Arbeit ist PicPilot entstanden. Nicht als weiteres Komprimierungsplugin mit undurchsichtiger Credit Logik, sondern als eigenes Werkzeug für Bildkontrolle in WordPress.
PicPilot kann Bilder analysieren, Dateigrößen anzeigen, Maße prüfen und Optimierungspotenzial sichtbar machen. Ich kann Bilder einzeln bearbeiten oder mehrere Bilder gesammelt optimieren. Dabei lassen sich Zielmaße, Qualität und Zielgröße in KB festlegen. Das ist besonders hilfreich, wenn ich nicht einfach nur ein bisschen komprimieren möchte, sondern ein klares Ziel habe.
Das Plugin kann Bilder außerdem in WebP umwandeln, Backups anlegen und nach der Optimierung neu prüfen. Bei der Arbeit an echten Websites wurde schnell klar, wie wichtig genau diese Rückversicherung ist. Bildoptimierung darf nicht nur schnell sein, sie muss nachvollziehbar bleiben.
Zusätzlich wurde eine Funktion eingebaut, mit der Dateidaten bearbeitet werden können. Dazu gehören Titel, Alt Text, Bildunterschrift und Dateiname. Gerade für SEO und Barrierefreiheit ist das enorm praktisch, weil die Mediathek dadurch nicht nur leichter wird, sondern auch besser gepflegt werden kann.

Warum die Erkennung genutzter Bilder so wichtig wurde
Der spannendste Teil war am Ende nicht die Komprimierung, sondern die Frage: Welche Bilder werden wirklich genutzt?
Bei einer Website mit fast 600 Bildern ist es keine Lösung, jedes Bild manuell zu öffnen und zu prüfen. Gleichzeitig ist ein falsches Löschen gefährlich, weil eine Website dadurch sofort kaputt aussehen kann.
Deshalb entstand zusätzlich ein fokussierter Finder Ansatz. Dieser prüft nicht einfach alte Datenbankspuren, sondern schaut darauf, was im aktuellen Frontend wirklich auftaucht. Dabei werden HTML, Bildquellen, srcset Angaben, Lazyload Attribute und geladene CSS Dateien berücksichtigt.
So lassen sich Bilder erkennen, die tatsächlich ausgespielt werden. Und genauso wichtig: Es lassen sich Bilder finden, die im aktuellen Frontend nicht mehr vorkommen.
Gerade bei übernommenen Websites ist das Gold wert. Alte Adobe Vorschauen, doppelte Uploads, vergessene Entwürfe und Bilder aus früheren Layouts können viel Speicherplatz kosten, ohne der Website noch irgendeinen Nutzen zu bringen.

Was uns bei der Entwicklung herausgefordert hat
Eine große Herausforderung war der Umgang mit Dateinamen und Dateiformaten. Wenn ein Bild von PNG zu WebP wird, ändert sich nicht nur die Datei, sondern auch die URL. Das klingt klein, kann aber in WordPress, Divi und gecachten Layouts schnell schwierig werden.
Auch die Erkennung von Frontend Bildern war anspruchsvoll. Manche Bilder stehen direkt im HTML, andere nur in CSS Dateien. Manche werden erst durch Builder Strukturen ausgegeben. Andere existieren noch in alten Datenbankfeldern, obwohl sie längst nicht mehr sichtbar sind.
Dazu kam die Frage nach Sicherheit. Ein Bild endgültig zu löschen ist einfach. Es sicher zu löschen, ist etwas anderes. Deshalb wurde der Ablauf vorsichtig aufgebaut. Erst analysieren, dann prüfen, dann exportieren, dann löschen.
Die wichtigste Erkenntnis war: Ein gutes Medienplugin darf nicht einfach nur Dateien bearbeiten. Es muss Entscheidungen vorbereiten.
Was ich jetzt mit PicPilot machen kann
Ich kann heute eine überladene WordPress Mediathek deutlich gezielter aufräumen. Ich sehe, welche Bilder groß sind, welche Bilder im Frontend gefunden werden und welche vermutlich nur noch Altlasten sind.
Ich kann ungenutzte Bilder gesammelt löschen, ohne jedes einzelne Bild manuell anklicken zu müssen. Ich kann vorher eine CSV sichern und die Ergebnisse prüfen. Ich kann kaputte Bilder ersetzen, ohne die Einbindung auf der Website neu bauen zu müssen. Und ich kann Bilder optimieren, ohne Credits zu kaufen oder mich durch unklare Preismodelle zu kämpfen.
Besonders wichtig ist für mich die Kontrolle. Ich entscheide selbst, welche Maße sinnvoll sind, welche Zielgröße ich erreichen möchte und ob WebP eingesetzt werden soll. Das Plugin arbeitet nicht einfach über die Website hinweg, sondern gibt mir Werkzeuge an die Hand.
Was PicPilot anders macht als viele andere Plugins
Viele Bildoptimierungsplugins konzentrieren sich auf Kompression. PicPilot ist breiter gedacht. Es geht nicht nur darum, Bilder kleiner zu machen. Es geht darum, die Mediathek zu verstehen.
Das ist für Agenturarbeit besonders wertvoll. Wenn ich eine Website übernehme, weiß ich oft nicht, welche Bilder wirklich gebraucht werden. Ich sehe nur eine volle Mediathek, große Dateien und viele ähnliche Motive. PicPilot hilft dabei, Ordnung in dieses Chaos zu bringen.
Statt nur zu sagen „dieses Bild ist groß“, beantwortet das Plugin die viel wichtigere Frage: „Wird dieses Bild aktuell überhaupt verwendet?“
Genau das macht den Unterschied.
Mein Fazit
PicPilot ist aus einem echten Problem entstanden. Aus einer übernommenen Website, zu vielen schweren Bildern und dem Wunsch, endlich nicht mehr blind in der Mediathek arbeiten zu müssen.
Die Entwicklung war nicht immer einfach. Vor allem die sichere Erkennung von wirklich genutzten Bildern hat viel Feinarbeit gebraucht. Aber genau dadurch ist aus einer kleinen Optimierungsidee ein Werkzeug geworden, das bei echten WordPress Projekten enorm helfen kann.
Heute kann ich Bilder analysieren, aufräumen, optimieren, ersetzen und bewusster entscheiden, was bleiben darf und was weg kann. Und genau das war das Ziel: weniger Rätselraten, mehr Kontrolle und eine Mediathek, die nicht unnötig Ballast mitschleppt.





